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Weingut Escher, Schwaikheim (Remstal)

  • Website & Shop
  • Seestraße 4, 71409 Schwaikheim – Weinverkauf Di–Fr 16:30–18:30, Sa 10–14 Uhr
  • Besenwirtschaft im Herbst (2026: 6.–22. November), Adventsverkostung, im Dezember mittwochs Glühwein am Feuer

Das Weingut

Ein Familienweingut in Schwaikheim, ein paar Kilometer nordöstlich von Stuttgart. 1968 haben Meta und Otto Escher die ersten Reben gepflanzt. Die zweite Generation, Lisa und Ottmar Escher, hat 1990 die Viehhaltung aufgegeben und voll auf Flaschenwein gesetzt; seit 1995 wird auch gebrannt (Edeldestillate, ein „Wild Gin“ aus Kräutern der Weinbergsbegrünung). Heute führen Ottmar und Sohn Christian Escher den Betrieb; Christian hat vorher in Südtirol, Südafrika und Kanada gearbeitet und war 2014/15 DLG-Vize-Jungwinzer des Jahres.

Die 15 ha Reben verteilen sich über sieben Berge im Remstal, u. a. Korber Sommerhalde, Steinreinacher Hörnle (kühl, steinig, am Waldrand), Stettener Pulvermächer und Bürger Schlossberg. Gearbeitet wird „naturnah“: begrünte Rebzeilen, eigener Kompost aus Trester, Pflanzenkohle und Kräutertees, viel Handarbeit.

In den letzten Jahren ist das Weingut deutlich aufgestiegen: Gault&Millau 3 Trauben (2023 und 2024 als „Aufsteiger“), Eichelmann „Hervorragendes Weingut“ mit 4 Sternen, Vinum-„Aufsteiger in Württemberg“ 2024, regelmäßig 92–94 Falstaff-Punkte für die Spitzenweine (Chardonnay Réserve, die Cuvées Meisterwerk und Wunderwerk, Cabernet Franc). (Auszeichnungen)

Die Qualitätsstufen

Escher sortiert seine Weine in eine dreistufige Pyramide – das steht unten in Gold auf dem Etikett:

Heimat
Einstieg, „Gebietsklassiker“ wie Trollinger, aus verschiedenen Remstal-Lagen, im Edelstahl ausgebaut, leicht und unkompliziert.
Bergkeuper (graues Etikett)
Die Mitte. Hanglagen auf Keuperböden, Ertrag reduziert, selektiv gelesen. Rotweine werden traditionell auf der Maische vergoren und reifen im großen Holzfass und in Tonneaux (500-l-Fässer).
Goldlage (schwarzes Etikett)
Die Spitze: beste Parzellen, alte Reben, kleine Erträge, Handlese, Spontangärung, lange Lagerung auf der Feinhefe im Holz, unfiltriert gefüllt. Ausdrücklich als Essensbegleiter und Lagerweine gedacht. Darüber stehen nur noch die Cuvées Meisterwerk und Wunderwerk.

Zur Einordnung: Unsere drei Roten sind also solide Mittelklasse aus einem Weingut, das gerade viel Anerkennung bekommt; die beiden Weißen gehören zur Spitzenlinie.

Unsere Flaschen

Sauvignon Blanc Réserve trocken

Goldlage · weiß · Bestand 2 Flaschen

Sauvignon Blanc ist die Rebsorte, mit der Escher am konstantesten auffällt: Seit Jahren landet der Sauvignon aus dem Steinreinacher Hörnle bei der Falstaff-Sauvignon-Blanc-Trophy weit vorne (2020: 91, 2022: 91+, 2026: 92+ Punkte). Das Hörnle ist eine kühle, steinige Lage am Waldrand, in der die ältesten Sauvignon-Reben des Weinguts stehen – genau das richtige Klima für eine Sorte, die in zu warmen Lagen schnell plump wird.

Die „Réserve“ ist im Shop (noch) nicht gelistet, der Jahrgang also offen – bitte vom Etikett nachtragen. Bei Escher steht „Réserve“ bisher für die Spitze innerhalb der Goldlage: der Chardonnay Réserve (94 Falstaff-Punkte) liegt 19 Monate im Holz. Der normale Goldlage- Sauvignon (aktuell ausgetrunken) reift 12 Monate im 500-l-Holzfass auf der Feinhefe. Erwartbar ist also kein grasig-spritziger Sauvignon im neuseeländischen Stil, sondern ein gereifter, cremiger, eher burgundisch-Loire-artiger: Stachelbeere und Holunder, dazu Birne, etwas Tropenfrucht und deutlich Holz. Falstaff fand den 2023er Goldlage jung noch etwas unharmonisch – solche Weine brauchen Zeit.

Passt zu: Ziegenkäse, Spargel, Fisch mit Beurre blanc, Kalb, Geflügel in Rahmsauce.

Tipp: 10–12 °C, großes Glas, gerne ½ Stunde vorher öffnen. Hat Lagerpotenzial – eine Flasche jetzt, die zweite ruhig in ein, zwei Jahren.

Souvignier Gris & Calardis Blanc trocken

Goldlage · weiß · Jahrgang 2023 (laut Shop) · Bestand 2 Flaschen

Der spannendste Wein im Regal, weil er aus zwei Rebsorten besteht, die kaum jemand kennt. Beide sind PIWIs („pilzwiderstandsfähig“) – Neuzüchtungen, die gegen Mehltau resistent sind und deshalb mit einem Bruchteil des sonst üblichen Pflanzenschutzes auskommen. Lange galten PIWIs als Nischen-Ökowein; dass Escher sie in seine Spitzenlinie steckt, ist ein Statement.

  • Souvignier Gris wurde 1983 von Norbert Becker am Weinbauinstitut Freiburg gezüchtet (laut DNA-Analyse aus Seyval Blanc × Zähringer; früher fälschlich als Cabernet Sauvignon × Bronner geführt). Rötlich-graue Beeren, daher „Gris“; gibt kräftige, saftige Weißweine, irgendwo zwischen Grauburgunder und Sauvignon.
  • Calardis Blanc ist noch viel jünger: gezüchtet am Julius-Kühn-Institut Geilweilerhof in der Pfalz (der Name kommt vom historischen Namen des Hofs), erst 2020 offiziell zugelassen. Resistent gegen Echten und Falschen Mehltau und Schwarzfäule, mit Aromen von exotischen Früchten, feiner Würze und lebendiger Säure.

Gemacht wird er wie die anderen Goldlagen: Handlese, Spontangärung – hier aber im Betonei – und 12 Monate Reife. Das Ei bringt Textur und Mineralik ohne Holzgeschmack. 13 % Alkohol, 2,5 g/l Restzucker, 6,1 g/l Säure, vegan.

Passt zu: Asiatischem mit etwas Schärfe (Thai-Curry, Mapo Tofu in milder Version), Gemüse aus dem Ofen, Fisch, Risotto.

Tipp: 10–12 °C. Guter Wein, um Gäste raten zu lassen.

Spätburgunder trocken

Bergkeuper · rot · Jahrgang 2023 · Bestand 1 Flasche

Etikett: 13,0 % vol., vegan, A.P.Nr. 749 25 25, EAN 4260366760338.

Spätburgunder = Pinot Noir, die Rotweinsorte des Burgund. In Württemberg steht er im Schatten von Trollinger und Lemberger, aber Escher kann ihn: 2022 kam ein Spätburgunder aus dem Hörnle in die Gault&Millau-Top-10 Württembergs, und schon 2014 gab es bei der AWC Vienna Silber für den Bergkeuper-Spätburgunder – also genau diese Linie.

Selektive Handlese, Maischegärung, Reife im großen Holz. Das Weingut beschreibt ihn knapp als Verbindung von Frucht und Eleganz. Erwartbar: helle Farbe, Kirsche und Himbeere, frische Säure. Unserer ist ein Jahr älter als der aktuell im Shop gelistete 2024er (dessen Analysewerte gelten hier also nicht) und hatte schon etwas mehr Zeit in der Flasche. Der leichteste der drei Roten.

Passt zu: Ente, Wild, Pilzgerichten, Geflügel, sogar Lachs.

Tipp: 14–16 °C, bauchiges Glas.

Zweigelt trocken

Bergkeuper · rot · Jahrgang 2024 · Bestand 1 Flasche

Etikett: „Im Holzfass gereift“, 13,0 % vol., vegan, A.P.Nr. 749 23 25, EAN 4260366760321.

Eine österreichische Sorte (1922 von Fritz Zweigelt in Klosterneuburg aus Blaufränkisch × St. Laurent gekreuzt), die bei Escher überraschend zur Paradedisziplin geworden ist: Der Zweigelt aus der Korber Sommerhalde (Goldlage) hat beim Vinum Deutschen Rotweinpreis mehrfach gewonnen bzw. im Finale gestanden (2017 Platz 1 bei den Neuzüchtungen, 2023 Doppelsieg). Unserer ist die „kleine“ Version aus der Bergkeuper-Linie.

Lange Maischestandzeit, Reife im Holzfass. Laut Weingut würzig, mit dunkler Beerenfrucht und leicht rauchigen Noten, am Gaumen konzentriert mit langem Abgang – also kräftiger als der typische saftig-leichte Österreicher. 13 % Alkohol, 3,1 g/l Restzucker, 5,9 g/l Säure.

Passt zu: Gegrilltem, Gulasch, Braten, Pizza, deftiger Brotzeit.

Tipp: 14–16 °C, darf leicht gekühlt sein.

Merlot trocken

Bergkeuper · rot · Jahrgang 2024 · Bestand 1 Flasche

Etikett: 13,0 % vol., vegan, A.P.Nr. 749 28 26, EAN 4260366760574.

Die Bordeaux-Sorte, in Württemberg noch eher selten – der Klimawandel macht's möglich. Er ist der teuerste Bergkeuper-Rotwein, also das Topprodukt dieser Linie. Vollreife Beeren, selektiv gelesen, auf der Maische vergoren, im Eichenholzfass gereift und unfiltriert gefüllt (das ist sonst eher ein Goldlage-Merkmal). 3,2 g/l Restzucker, 5,8 g/l Säure laut Shop (der dort 13,5 % Alkohol nennt, das Etikett sagt 13,0 %).

Eine Geschmacksbeschreibung gibt das Weingut nicht an; erwartbar ist der typisch weiche Merlot mit Pflaume und Brombeere, aber kühler und frischer als aus Bordeaux. Der vollste der drei Roten.

Passt zu: Rinderbraten, Lamm, Pasta mit kräftiger Sauce, Hartkäse – und Mole.

Tipp: 16–18 °C, ½ Stunde vorher öffnen.